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Zwerchfellbruch

Grundlagen

Die Speiseröhre gelangt vom Hals über den Brustraum durch eine Lücke im Zwerchfell in den Bauchraum. 4-5 cm unter dem Zwerchfell mündet die Speiseröhre in den Magen. Beim Reflux kommt es zu einer Ausweitung der Lücke im Zwerchfell, das ist der Zwerchfellbruch. 20% -30% jener mit Reflux haben einen Zwerchfellbruch.

Ursachen

Falsche Ernährung führt zu Magenüberdehnungen. Diese überdehnen das Antirefluxventil im Ausgang der Speiseröhre. Der Ausgang der Speiseröhre öffnet sich wie eine Trompete ( Speiseröhrentrompete). Dabei schiebt die überdehnte Speiseröhre das Zwerchfell zur Seite, die Lücke im Zwerchfell wird grösser, ein Zwerchfellbruch ist die Folge. Über die Zeit rutscht dann auch der obere Magenanteil in die Lücke, wodurch diese noch grösser wird. In extremen Fällen drückt der Magen dann auf Lunge und Herz und kann zu Brustschmerzen und Atemnot führen. Zwerchfellbruch führt zu Reflux und Beschwerden ( Sodbrennen). Beträgt der Durchmesser der Lücke 2-3 cm sprechen wir von einem kleinen Zwerchfellbruch, ist die Lücke grösser, reden wir von einem großen Zwerchfellbruch. Ein großer Zwerchfellbruch kann neben Speiseröhre und Magen auch Dickdarm, Dünndarm und Bauchnetz enthalten. Hier ist wegen Einklemmungsgefahr eine Operation angezeigt.

Abklärung und Diagnose

Die Abklärung vom Zwerchfellbruch inkludiert die Endoskopie, Druckmessung und Refluxmessung der Speiseröhre.

Behandlung und Therapie

Beim Zwerchfellbruch beginnen wir mit einer Behandlung und Therapie mit einem Magensäureblocker. Die Lücke im Zwerchfell kann aber nur mit einer Operation repariert werden. Das erfolgt im Rahmen der Operation gegen Reflux ( Fundoplikatio). Gerne beraten wir Sie über die Therapie und Behandlungsmöglichkeiten.

Folgeerkrankungen

Zwerchfellbruch und Reflux entzünden die Speiseröhre und können zu einem bösartigen Speiseröhrentumor führen. Drückt der Bruchinhalt (Speiseröhre, Magen, Dickdarm, Dünndarm) auf Lunge und Herz macht dies Brustschmerzen und Atemnot. Sind Dickdarm und Dünndarm im Zwerchfellbruch eingeklemmt, führt dies zu Stuhlverhalten, Windverhalten und Bauchschmerzen (meist im linken Mittel und Unterbauch). Hier ist ein rasches Handeln angezeigt, um einen Darmverschluss und eine Einklemmung vom Bruchinhalt zu verhindern.

Vorbeugen

Der Zwerchfellbruch ist meist die Folge von falscher Ernährung (Essstörung, Übergewicht). Ein gesundes Essverhalten trägt dazu bei, einem Zwerchfellbruch vorzubeugen. Selten sind führen Verletzungen des Zwerchfells (Unfall, Operationen am Zwerchfell) oder Erkrankungen des Bindegewebes zu einem Zwerchfellbruch. Gerne sprechen wir mit Ihnen über gesunde Ernährung und die Behandlung vom Zwerchfellbruch.

Selbsttest

Nehmen Druck in der Brust und Atemnot im Liegen zu, dann haben Sie möglicherweise einen Zwerchfellbruch. Eine weitere Abklärung erscheint angezeigt (Ausschluss vom Krebsrisiko und Einklemmungsgefahr). 

Expertenrat

Prof. Dr. Martin Riegler (Chirurg, Wien):
Ein Zwerchfellbruch kann nicht durch eine Behandlung mit einem Magensäureblocker repariert werden. Hier ist die chirurgische Therapie notwendig. Dabei wird die Zwerchfelllücke verkleinert. Vor der Operation müssen Druckmessung und Refluxmessung der Speiseröhre durchgeführt werden.

Prof. Dr. Sebastian Schoppmann (Chirurg, Wien):
Einen Zwerchfellbruch erkennt man bei der Endoskopie. Dabei sieht man, ob Magenanteile in den Brustraum ragen, wie das bei großen Brüchen üblicherweise der Fall ist. Tatsache ist, dass man bei der Operation die Lücke im Zwerchfell verkleinert, damit ist der Zwerchfellbruch repariert. Anschließend wickeln wir den Magenfundus wie einen Schal um den trompetenartig überdehnten Ausgang der Speiseröhre (Fundopliatio). Damit verstärken wir das Antirefluxventil und dichten die Speiseröhre gegen Reflux ab. Die Folge: Reflux und Sodbrennen bleiben aus.

Literatur

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  4. Öberg S, Peters JH, DeMeester TR et al. Inflammation and specialized intestinal metaplasia of cardiac mucosa is a manifestation of gastroesophageal Reflux disease. Ann Surg 1997 (226); 4: 522-32.
  5. Malfertheiner P, Nocon M, Vieth M et al. Evolution of gastro-oesophageal Reflux disease over 5 years under routine medical care – the ProGERD study. Aliment Pharmacol Ther 2012; 35(1): 154-64.
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