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Reflux Medical News

Neues aus dem Therapiezentrum

Neues zu „Asthma der Speiseröhre“ als allergische Reaktion auf Reflux, Nahrungsbestandteile und Stress.

06.11.2015 von Reflux Medical

Mit „Asthma der Speiseröhre“ (med.: eosinophile Ösophagitis - EoE) bezeichnet man eine allergische Entzündung, die ähnliche Beschwerden bereitet wie die Reflux Krankheit (1,2). Hier fassen wir die neuesten Empfehlungen zu Diagnose und Therapie dieser Erkrankung zusammen:

„Asthma der Speiseröhre“ betrifft 1-5 von 10.000 Menschen. Drei Viertel der Patienten sind Frauen(1,2).Tendenz: steigend. Zunehmend sind auch Kinder von der EoE betroffen. Bei mehr als der Hälfte der Patienten tritt das „Asthma der Speiseröhre“ erstmals mit starken krampfartigen Brustschmerzen und Schluckbeschwerden (Steckenbleiben der Nahrung) während oder nach dem Essen auf (1,2). Weitere typische Beschwerden sind: Sodbrennen, Magenschmerzen, Husten, Heiserkeit und Knödelgefühl im Hals.

Ursachen und Risikofaktoren

Ursache ist eine allergische Reaktion aufgrund einer Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln (Zucker, E-Stoffe), die zur Entzündung und Schwellung der Speiseröhre führt. Ursachen: (1,2).

Folgende Faktoren begünstigen ein „Asthma der Speiseröhre“: Geburt via Kaiserschnitt, Frühgeburt, Antibiotika-Therapie in der Kindheit, fehlendes Bruststillen und eine Nahrungsmittelallergie (Fructose, Lactose, Xylit, Sorbit, E-Stoffe) (1,2). Zusätzlich können saurer Rückfluss sowie emotionaler Stress die Entzündung in der Speiseröhre verstärken.

Diagnose

Die Diagnose der EoE erfolgt mittels Spiegelung der Speiseröhre (im Rahmen der Gastroskopie) und durch Entnahme und Auswertung von Gewebeproben. Typische Befunde sind Ring- und Streifenbildungen in der Schleimhaut der Speiseröhre und eine
erhöhte Anzahl der sog. allergischen Blutzellen (eosinophile Granulozyten) in der Histologie (> 15 allergische Blutzellen pro Gesichtsfeld).
Die Gastroskopie wird im Reflux Medical Zentrum immer als sanfte Untersuchung in einem künstlichen Kurzschlaf durchgeführt.

Therapie

Die neuesten, Studien-basierten Empfehlungen zur Behandlung der Erkrankung sind wie folgt:

  1. Zuerst wird eine 8-wöchige Therapie mit 2x 40 mg eines Magensäureblockers (Protonenpumpenhemmer; PPI) empfohlen; danach erfolgt die Kontroll - Gastroskopie. Bei 25-50% der Patienten ist die alleinige PPI Therapie erfolgreich. Sollte die EoE noch immer bestehen, dann erfolgt eine
  2. 8 wöchige Kombinationstherapie aus einem Magensäureblocker (2x40 mg PPI) und einer lokalen Verabreichung von Kortison (=das hemmt die Entzündung); z.B. 2 x 1-2 mg Budenosid täglich p.o. bei Erwachsenen bzw. 2 x 0.25 - 0.5 mg täglich bei Kindern.
  3. Unterstützend zur medikamentösen Therapie wird eine Ernährungsumstellung empfohlen: Nahrungsmittel mit konzentriertem Zucker und Süßstoffen sowie Alkohol und Nikotinkonsum sollten gemieden werden (siehe Reflux Medical Ernährung) (3).
  4. Zum Ausschluss einer Zuckerunverträglichkeit ist ein sog. H2 Atem Test sinnvoll. 
  5. Weiters wird eine psychologische Betreuung empfohlen, um emotionale Stressfaktoren, die die Erkrankung begünstingen, zu lindern bzw. zu beseitigen.

Notfall bei eosinophiler Ösophagitis (EoE)

Bei krampfartigen Brustschmerzen (± Steckenbleiben von Nahrung) sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen, um einen Herzinfarkt auszuschließen. Meist lässt sich die steckengebliebene Nahrung durch Nachtrinken in den Magen befördern. Gelingt dies nicht, ist eine akute Spiegelung der Speiseröhre angezeigt, um die Nahrung aus der Speiseröhre zu entfernen.

Fazit

Bei akuten Brustschmerzen und Schluckstörung sollte immer auch an ein „Asthma der Speiseröhre“, also an eine eosinophile Ösophagitis, gedacht werden. Gerne informieren wir Sie über eosinophile Ösophagitis und Reflux.

Literatur

  1. Furuta GT, Katzka DA. Eosinophilic esophagitis. N Engl J Med 2015; 373: 1640-1648.
  2. Goldin AH, Chan WW. Current approach to the management of eosinophilic esophagitis in adults. Curr Treat Options Gastro 2015; 13: 441-451.
  3. Riegler M, Hönig-Robier K. Nie wieder Sodbrennen. Reflux verstehen und in den Griff bekommen. 2. Auflage, Maudrich Verlag, 2015: 112-115.

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