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Reflux Medical News

Neues aus dem Therapiezentrum

Barrett Ösophagus auch ohne Sodbrennen

26.09.2012 von Reflux Medical

Schematische Darstellung von Reflux.

Reflux mit Sodbrennen, saurem Aufstossen, Husten, Heiserkeit und Asthma entsteht durch ungesunde Ernährung (zu viel, süss und oft) und betrifft 20%-30% der Bevölkerung. Reflux entzündet die Speiseröhre und führt bei 20%-30% der Betroffenen zu Gewebeveränderungen, sog. Barrett-Ösophagus. Dabei handelt es sich um eine Krebsvorstufe (0.5%-0.7% pro Jahr Krebsrisiko). Allerdings: auch ohne Sodbrennen kann man Barrett-Ösophagus haben (10%-15% haben Barrett-Ösophagus ohne Sodbrennen). 90% aller Reflux-Karzinome entstehen ohne Beschwerden ( Sodbrennen, Aufstossen). Der Tumor wird erst durch die Schluckstörung bemerkt, dann ist er oft schon fortgeschritten. Nur in 10% der Fälle wird der Speiseröhrenkrebs im Rahmen der Nachsorge von Barrett-Ösophagus mit Sodbrennen entdeckt. Warum diese Diskrepanz? Reflux zerstört die Nervenzellen der Speiseröhre, Reflux wird nicht mehr als Sodbrennen wahrgenommen. Weiters scheint es so zu sein, dass die Nervenzellen Faktoren produzieren, welche das Krebswachstum hemmen. Das fällt nach deren Zerstörung auch weg.

Deshalb wird entsprechend der Literatur eine Endoskopie (Spiegelung) der Speiseröhre bei jenen ohne Beschwerden ab dem 50 Lebensjahr empfohlen. Jene mit Sodbrennen sollten in jedem Fall eine Endoskopie machen lassen. Wichtig: bei der Endoskopie sollte man ausreichend Gewebeproben entnehmen und nach der neuen Chandrasoma Klassifikation befunden lassen. Das erhöht die Aussagekraft: Krebsrisiko JA, NEIN? Reflux Operation JA, NEIN?

Findet sich Barrett-Ösophagus kann dieser mit einer neuen, endoskopischen Methode entfernt werden: der Radiofrequenzablation (RFA; HALO®). Dabei wird die Barrett- Schleimhaut mittel Mikrowellen-Energie „verbrannt“. Die Ablation wird stationär durchgeführt (eine Übernachtung) und dauert 20-30 min. Etwaige Beschwerden ( Sodbrennen, Magenschmerzen) werden mit Medikamenten behandelt. In 70% der Fälle ist die Behandlung erfolgreich, bei 30% sind 1-2 weitere Behandlungen notwendig. In 92% der Fälle ist Barrett-Ösophagus dann auch nach 5 Jahren nicht mehr nachweisbar. Bei 8% der ursprünglich behandelten erfolgt nach 5 Jahren eine neuerliche Ablation. Somit ist der Barrett-Ösophagus bei allen ursprünglich behandelten Personen entfernt, das Krebsrisiko ist gebannt.

Die HALO® Ablation wird demnach bei folgendem Risikoprofil empfohlen: Reflux länger als 10 Jahre, Zwerchfellbruch grösser als 3.0 cm (=vergrösserte Zwerchfelllücke, entsteht durch Reflux), Barrett-Ösophagus länger als 2.0 cm, und Krebserkrankung in der Familie. Gegenanzeigen für HALO®: Schwangerschaft, Blutgerinnungsstörung, Herz-Kreislauferkrankungen, Geisteskrankheit. Gerne informieren wir Sie über Barrett-Ösophagus, Zwerchfellbruch und Reflux Operation.

Literatur:

  1. Sikkema M, Looman CWN, Steyerberg EW et al. Predictors for neoplastic progression in patients with Barrett’s esophagus: a prospective cohort study. Am J Gastroenterol 2011; 106(7): 1231-8.
  2. Rubenstein JH, Scheiman JM, Sadeghi S et al. Esophageal adenocarcinoma incidence in individuals with gastroesophageal Reflux: synthesis and estimates from population studies. Am J Gastroenterol 2011; 106(2): 254-60.
  3. Wiseman EF, Ang YS. Risk factors for neoplastic progression in Barrett’s esophagus World J Gastroenterol 2011; 17(32): 3672-83.
  4. Rubenstein JH, Mattek N, Eisen G. Age- and sex-specific yield of Barrett’s esophagus by endoscopy indication. Gastrointest Endosc 2010; 71: 21-7.
  5. Fleischer DE, Overholt BF, Sharma VK et al. Endoscopic radiofrequency ablation for Barrett‘s esophagus: 5-year outcomes from a prospective multicenter trial. Endoscopy 2010; 42(10): 781-9.

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