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Reflux Medical News

Neues aus dem Therapiezentrum

Barrett-Ösophagus ohne schwere Gewebeveränderung

09.12.2012 von Reflux Medical

Barrett-Ösophagus (Barrett Syndrom) ohne schwere Gewebeveränderung: maßgeschneiderte Therapie entsprechend Druck & Reflux Messung.

Algortithmus bei Barrett Ösophagus

Barrett-Ösophagus (Barrett Syndrom) entsteht durch Reflux und stellt ein erhöhtes Krebsririsko dar (0.1% -0.7% pro Jahr) (1). Über die niedrig und hochgradige schwere Gewebeveränderung ( Dysplasie) entsteht auf Barrett-Ösophagus das Karzinom der Speiseröhre. Deshalb soll mit der Entfernung von Barrett-Ösophagus ohne Dysplasie die Krebsentstehung verhindert werden (Krebsprävention) (1).

Die Radiofrequenz Ablation (RFA, HALO®) ist eine neue minimal invasive endoskopische Methode zur dauerhaften Entfernung von Barrett-Ösophagus (1). Während einer Spiegelung in Narkose wird das Barrett Gewebe mittels Radiofrequenzenergie verbrannt und damit das Krebsrisiko gebannt. Dabei wird die RF Energie mittels Ballon oder einer auf die Spitze des Endoskops aufgesteckten Elektrode an die Schleimhaut (=innere Auskleidung der Speiseröhre) abgegeben und damit das Barrett Gewebe verbrannt.
Rezente Erfahrungen rechtfertigen die Entfernung von Barrett-Ösophagus ohne Dysplasie bei Vorliegen von einem oder mehrerer der folgenden Risikofaktoren für eine Krebsentstehung:

  • Reflux Beschwerden ( Sodbrennen, saures Aufstossen, Husten, Heiserkeit, Asthma) länger als 10 Jahre
  • Zwerchfellbruch grösser als 2.0 cm
  • Ösophagitis
  • Barrett Ösophagus länger als 2.0 cm
  • Krebserkrankung in der Familie
  • Übergewicht (Body Mass Index, BMI >35)
  • keine Begleiterkrankung (Herz, Kreislauf, Diabetes)

Da Reflux die Ursache für Barrett-Ösophagus darstellt sollten immer der Reflux und das Barrett Gewebe eliminiert werden. Die Frage ist nur: was soll man zuerst machen: die Ablation oder die Reflux Operation?
Hier zeigen rezente Untersuchungen, dass jene mit erhöhter Anzahl von Refluxen zuerst eine Reflux Operation erhalten sollten, um dann die Wirkung der Ablation zu erhöhen, also ein für die Wundheilung gutes, Reflux-freies Milieu zu schaffen (1). Jene mit normaler Refluxaktivität sollten eine Ablation erhalten und dann eine Dauertherapie mit einem Magensäurehemmer (Protonen Pumpen Hemmer; PPI). 
Deshalb empfehlen wir bei Barrett-Ösophagus immer die Durchführung von Druck und Reflux Messung der Speiseröhre (2). Entsprechend den Ergebnissen der Untersuchungen, empfehlen wir das maßgeschneiderte Vorgehen bei Barrett-Ösophagus (1,2).

Literatur:

  1. Fischer See S, Schoppmann SF, Riegler M, Zacherl J. Radiofrequency ablation and antireflux management for non-dysplastic Barrett‘s esophagus. In: Innovation in esophageal surgery; L. Bonavina Editor; Springer 2012; p: 27-41.
  2. Hädrich M, Tutuian R. Clinical impact of high-resolution manometry and impedance pH monitoring. In: Innovation in esophageal surgery; L. Bonavina Editor; Springer 2012; p: 5-16.

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